Es gibt ein paar Dinge im Leben, die jeder Mann mal gemacht haben muss (so sagt man jedensfalls gemeinhin): Baum pflanzen, einen Sohn zeugen, usw. Das Fährmannfest in Hannover gehört zwar nicht dazu, aber musikalisch hat es sich gelohnt..jedenfalls teilweise.

Boah, was für eine doofe Einleitung. Egal, bin müde, mißmutig und unmotiviert. Da meine Freundin aber gerne seedcake hören wollte. hieß es ab ins Auto und auf in den Norden (damit man dies nicht falsch versteht: Ich war nicht dagegen, nach H zu fahren oder mich überhaupt zu bewegen, ich war einfach nur unmotiviert; das ganze Unternehmen war also keine Quälerei der Freundin willens.). Das Wetter war mies, meine Stimmung so halb und die Autobahn schön voll mit Autos und deren bekloppten Fahrer. Wobei mir einfällt: Wie schwer kann es sein, sein Gefährt einigermaßen fortschrittmäßig und sicher auf zwei bis drei Fahrbahnen zu bewegen – zumal der Besitz einer amtlich bestätigten Erlaubnis eben dieser Tätigkeit wohl als gesichert unterstellt werden darf. Idioten halt. Der Weg über die Landtrasse war dann auch weniger nervend; länger, aber weniger nervend.

Und dann kam auch schon der erste Triumph des Abends: Niels 1 : Hannover 0. Ich habe mich nicht verfahren, nicht einmal (wobei besonders die Tatsache hervor zu heben ist, dass ich nicht den Messe Ost mit Ostschnellweg verwechselt habe. Gut, ich kam aus der anderen Richtung…). Das Hochgefühl hielt dann aber nicht wirklich lange an, bedingt durch die Baustellen-Landschaft der niedersächsischen Hauptstadt (doofe Fahrzeugführer verstehen sich in einer solchen Situation von selbst) und das Ambiente des Fährmannfestes.

Mir war das insgesamt zu alternativ: Komische Leute, eine Hundertschaft von Hunden aller Art (man sollte meinen, der durchschnittliche Drogen-Konsument hätte eine immanente Abneigung gegen mobile Bio-Drogendetektoren…jaja, ich weiß: Alles nur Vorurteile – trotzdem stimmt's) und leider spielte das Wetter noch immer nicht mit, ab und zu verscheuchte ein Schauer viele Zuschauer (von denen weniger anwesend waren, als mir von gewissen Bandmitgliedern vor Wochen schon angepriesen worden waren).

Musikalisch war seedcake einfach nur geil: Fetter Sound, Instrumente, die man klar raushören konnte und cooler Gesang; dieser Auftritt hat mir fast noch besser gefallen, als der letztes? Jahr in Berlin. Hat echt Spass gemacht, dabei Zuhörer zu sein. Wobei, besser ist meine Stimmung dadurch auch nicht geworden.

Dannach wurde sie noch schlechter: Hannover Robust betrat, bzw genauer gesagt, bevölkerte die Bühne: 19 Rapper aus den fiesesten Ghettos von Hannover (eine Herkunft, die durch den Umstand, dass schon der schöne Teil von H nach "fiesem Höllenloch" anmutet, nicht gerade besser wird). Bevor ich mich jetzt wieder über die Scheiße aufrege und halb lachend, halb weinend den Kopf über den Anschein nach 16 jährige Rapper, die ohne Probleme in den Kofferraum eines Megane Coupe passen würden, gegen verschiedene Wände hauen werde, soll dieser Artikel einfach mit einem knappen "Die Jungs bringen es einfach nicht!" enden. Echt, die Texte, da bekommt von Existenz-Ängste…

seedcake auf dem Fährmannsfest 2006

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.