Dell Latitude ST

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Neues Spielzeug in der Uni: Der Chef drückt mir gerade einen Tablet-PC von Dell in die Hand…zum testen.

Allerdings lässt die Lust dazu direkt nach dem booten nach, weil nur die Stifteingabe funktioniert, nicht aber die Eingabe der Finger. Zum Glück kann man das in der Systemsteuerung umstellen – wenn einen die Kiste lässt, denn der Atom ist nicht wirklich der beste Freund von Windows 7.

Ausstattung

Aber erstmal zur Hardware selbst: Es handelt sich um ein Latitude ST mit 2GB Ram und einem Intel Atom Z670 mit 1,5 GHz. Als Massenspeicher dient eine 32GB SSD von Samsung (PM810).  Das Display ist laut Dell ein “10,1-Zoll-WXGA-LED-Display (1.280 x 800) mit weitem Betrachtungswinkel und Corning® Gorilla® Glas”.

Als Betriebssystem kommt Windows 7 (32bit) mit SP1 zum Einsatz, was meiner Meinung nach mal überhaupt nicht für den Tablet-Einsatz taugt: Alles fitzelkleine Symbole und eine nicht pixel-genaue (die Dank der kleinen Symbole notwendig ist) Umsetzung meiner Finger- und Stiftbewegungen und -Klicks (und da ich angeblich Stummel-Fummel habe, kann es auch nicht auf zu dicke Finger geschoben werden).

Erster Eindruck

Das war nix :-) Es ist einfach mühsam, mit dem Ding irgendwas zu machen:

  • Surfen über den WebVPN der GWDG, also Benutzername und PW eingeben => Doof: Per Stift eine Strafe für jemanden, der Mutter und Vater erschlagen hat und per Finger…naja, geht, aber selbst auf meinem kleinen Desire geht das flotter,  mit höherer Präzision und mit deutlich besserer Rückmeldung.
  • Navigation auf den Seiten selbst: Irgendwie sind die Gesten einfach doof: Mir scheinen vor und zurück vertauscht zu sein, mal kurz Videos aufrufen, bringt das gesamte System auf die Knie und zeigt bei allen Fenstern “Keine Rückmeldung”. Lahm, lahm, lahm
  • Wenn ich auf ein Eingabefeld klicke, blinkt kurz das Symbol für die Bildschirmtastatur auf. Jetzt heißt es schnell klicken, sonst geht das wieder weg und der Zeiger ist einfach im Feld – und trotz großer Anstrengungen meinerseits klappt die Eingabe von Buchstaben per Gedanken nicht so wirklich gut. Auch das ist bei iOS oder Android wesentlich besser und fließender integriert.
  • Wenn die Tastatur da ist, finde ich sie standardmäßig zu klein, um die mit zwei Fingern schnell zu bearbeiten…doof, doof, doof :-)
  • Der Prozessor scheint auch etwas überfordert zu sein, denn sobald man drei, vier Programme gleichzeitig auf hat, wird alles langsam, Anwendungen reagieren nicht, usw….es wird einen guten Grund haben, dass der einzige HW-Schalter neben Power und der Lautstärke-Regelung ein Shortcut für “STRG-ALT-ENF” ist :-)

Fazit

Irgendwie macht das Latitude ST keinen Spass. Und ich glaube, daran hat Windows 7 nicht unerheblichen Anteil: Was auf dem Desktop gut und stabil funktioniert, ist per Stift noch erträglich zu bedienen und per Finger unbrauchbar. Zu ungenau, zu kompliziert und zu weit hinter den Smartphone-Betriebssystemen zurück. Mal gucken, was Windows 8 zu bieten hat.

Nachtrag – Windows 8

Naja….ist auch nicht besser. Klar, sieht minimal besser aus und da, wo die Metro-Oberfläche da ist, ist die Bedienung per Finger auch besser. Aber das ist halt (noch?) nicht überall der Fall und gerade solch zentrale Dinge wie der Filemanager sind analog zu Win XP/Windows 7. Und das man per USB-Stick alle Windows 7-Treiber auf das Tablet laden muss, weil es keine nativen von Win 8 gibt macht die Sache nicht besser. ;-)

Powershell und NTFS

Es geht wieder einmal um meine beiden Lieblingsthemen Microsoft und BlueArc. Seit nunmehr einem Jahr liegen unsere Daten auf dem BlueArc Mercury System und werden von dort via NFS zur Verfügung gestellt. Für die Windowsclients gibt bzw. gab es bisher zwei BSD-Samba Server die eben diese NFS-Freigabe weitergeleitet haben. Natürlich beherrscht das Mercury auch CIFS und der Zwischenschritt über Samba war noch von dem Vorgängersystem. Wie auch immer, sollen die Verzeichnisse nun direkt vom Mercury kommen sowohl für CIFS wie auch NFS für unixbasierte Clients. Das ist in der Theorie kein Problem und steht auch schön im Hochglanzprospekt beschrieben. In der Praxis funktioniert das auch für ein frisches Dateisystem mehr oder minder problemlos, sofern man dem NFS-Teil einfach sagt er solle sämtliche Rechteänderungen einfach in die Tonne treten und die NTFS-Vorgaben umsetzen, ansonsten kann es schon mal sein das man sich mit chmod/chgrp/chown ein paar Zugriffsrechte zerlegt, teilweise auch rekursiv, was man vermeiden möchte.

Gut, wir haben nur halt kein frisches Dateisystem sondern 35.000 Accounts mit 36.000.000 Dateien. Mein Vorschlag zu behaupten der Plattenstappel wäre abgebrannt und man hätte auch kein Backup um es wieder herzustellen damit man bei Null anfangen kann, wurde leider nicht angenommen.
Zusätzlich sollte es noch einige Umstrukturierungen im Active Directory geben, genauer gesagt eine Reorganisation der Nutzerobjekte in neue OUs.
Damit verbunden dann auch gleich eine neue Primärgruppe der Nutzer, womit sich auch die Gruppe unter Unix ändert.
Da unsere Nutzerobjekte alle vom Novell eDirectory verwaltet werden, muss man da nur ein paar Kleinigkeiten ändern und für Neuanlagen hat man das dann erledigt. Die Bestandskunden möchte man aber dann doch aus Perfomancegründen lieber direkt im AD ändern, da ich inzwischen die Powershell ja ganz nützlich finde, war das auch relativ einfach und sieht so aus:

Bisher waren die Nutzer je nach Nachname in die OU=A-L bzw. M-Z einsortiert, jetzt werden sie in eine OU mit dem ersten Buchstaben der UID eingegliedert. Damit haben nun also Nutzerobjekte ein neues Zuhause, einen neuen Windowsprofilpfad, eine Neue gidNumber und ein neues UnixHomeDirectory. Problem eins gelöst ;)

Problem Nummer Zwei war dann etwas hartnäckiger, wie erstellt man für dieses vollgemüllte Dateisystem nun sauberer ACLs? Auch da fangen wir erstmal klein an, erstmal setzen wir die Primarygroup um und weil es dafür auch chgrp tut, anstatt das irgendwo unter Windows zusuchen startet man einfach mal “chgrp -R 1000513 /home” im Screen und wartet dann halt 3 Tage bis das fertig ist …

Währenddessen überlegt man sich dann wie man neue Verzeichniss über die Powershell mit entsprechenden ACLs anlegt und das sieht dann so aus:

Damit wird ein neuer Securitydescriptor erzeugt mit Full-Control-Rechten für den Besitzer, Domainadmins und Admins der Admins sowie als Veranschaulichung Read&Only für eine Nutzer unter dem das Tapebackup laufen könnte. Dazu noch Owner und Groupinformation geändert, neues Verzeichnis erstellen, die ACL da drüber bügeln und schon haben wir ein schönes neues Homeverzeichnis mit feinen vererbaren NTFS-Regeln.

Problem Drei wie bekommt man diese Regeln jetzt in das bestehende Dateisystem? Tja und hier hab ich dann einfach mal nach 3 Tagen keinen Bock mehr gehabt -.-
Setzt man diese Regel nämlich auf ein bestehendes Verzeichnis, dann vererbt er zwar den Owner auf sämtliche Children, die ACL aber aus einem mir unerfindlichen Grund nicht. In der GUI kann man dann einen Haken setzen “Apply for all Children bla” und angeblich erwischt man den auch über irgendein WMI-Object, aber anscheinend hat das noch niemand in der Realität probiert. “Best-Practice” ist ein:
get-chiditems $Homedir | for-each { set-acl -path $_.fullname }
oder ähnlich, das dauert dann halt leider auch nur etwa 5 Minuten pro Account, statt der 5 Sekunden die das Häckchen in der GUI braucht, naja dafür muss ich nicht 35 tausendmal auf OK klicken.